Osterfantreff 2007

Aus dem geheimen Tagebuch der Rebellin Annika Skywalker:

Vor gar nicht langer Zeit in unserer eigenen Galaxis …

Eine langjährige Sympathisantin der Rebellen–Allianz erreicht ein verzweifelter Aufruf – es sind noch Plätze zu besetzen in der geheimen Rebellen–Basis in Schopflohe – und jeder Freiwillige ist willkommen, denn man brauche dringend Verstärkung. Endlich überwand die eingangs erwähnte Sympathisantin sich, schlug alle Warnungen von „Onkel Owen“ in den Wind und schickte ihre Anmeldung los, die prompt mit einem Willkommensschreiben nebst den geheimen Koordinaten zur Basis beantwortet wurde. Das große Abenteuer konnte beginnen – die Rettung aus dem tristen hektischen Alltag nahte!

Am 5. April belud die frisch–rekrutierte Rebellin eiligst und möglichst unauffällig ihren X–Wing, organisierte unterwegs noch rasch dringend benötigte Vorräte auf dem Eisplaneten Langnese für ihre neuen Kameraden und fütterte den Navi–Computer dann mit dem geheimen Zielort. Zunächst ging es entlang bekannter, vielbefahrener Hyperraumrouten, doch dann lenkte der Navigationscomputer den X–Wing in bis dato unbekannte Gefilde, die – wie die Rebellin in einem kurzen Dialog mit ihrem Navi–Computer feststellte – ihr „aber auch irgendwie vertraut“ vorkamen. Am frühen Abend erreichte der X–Wing nach einer schier endlosen Reise durch das Outerrim endlich sein Ziel. Hilfreiche Hände waren gleich zur Stelle, so dass die eisigen Vorräte in Sicherheit gebracht waren, noch bevor der Neuzugang sein Quartier zugeteilt bekam. Dieses war standesgemäß über eine X–Wing–Leiter zu erreichen, welche nach einigen erfolgreichen Versuchen bei Tageslicht von der anscheinend machtbegabten Pilotin auch zu später bzw. je nach persönlichem POV früher Stunde bei völliger Dunkelheit sicher erklommen wurde. (Notiz für 2008 im Bordcomputer: Stirnlampe einpacken, für den Fall, dass die Macht vielleicht zu so später/früher Stunde einmal nicht mit mir ist!).

In der Rebellenkantine wurde in der Zwischenzeit eifrig gekocht, denn schließlich sollten die Helden der Allianz für den kommenden fünftägigen Einsatz bei Kräften bleiben. Ein Curry vom Planeten Thai wurde auf mehrheitlichen Wunsch in zwei Varianten serviert und von den hungrigen Con–Teilnehmern rasch vernichtet.

Bis zur Eröffnungsansprache blieb glücklicherweise noch genügend Zeit, die persönlichen Vorräte für die kommenden Tage zu vervollständigen, und zumindest die Belegschaft von Zimmer 6 (nebst eingemeindeten Rebellen anderer Schlafräume) nutzte die Gelegenheit, sich noch einmal kräftig einzudecken.

Den offiziellen Teil, spricht Begrüßung, Hausordnung und das Con–Programm vorstellen, hielt Michael Schwidefsky kurz und prägnant. Ergänzende Programmwünsche und –beiträge wurden gerne aufgenommen, Fragen von Neulingen geduldig beantwortet.

Dann war das offizielle Programm des ersten Con–Tages beendet – inoffiziell ging es dann in den einzelnen Rebellenquartieren oder den Aufenthaltsräumen noch weiter, bis auch der letzte Con–Teilnehmer endlich in seinem Schlafsack verschwand. Nur der Hund vom Nachbarhaus hielt einsame, laute Wacht …

Ein neuer Morgen

Helle Sonnenstrahlen weckten am kommenden Morgen zunächst diejenigen, die zum Küchendienst verpflichtet worden waren, und nun für ein kräftiges Frühstück mit Brötchen (Semmeln), Wurst, Käse, Marmelade, Müsli, Obst und allem, was man sich wünschen kann, sorgen mussten. Dank eindringlicher Warnungen von einem erfahrenen Frühstücksdienst aus dem Vorjahr brauchte man keine von der dunklen Seite befallenen Brötchen und Toastschnitten zu fürchten. Nach einer ordentlichen Tasse Kaffee oder Tee war genügend Zeit, um sich gegenseitig kennen zu lernen, was die einen im Garten rund ums Con–Haus im warmen Sonnenschein taten, die anderen bei spannenden Tischtennis– oder Tischfussballturnieren. Dabei wurde hart, aber fair um die von der Con–Leitung in Aussicht gestellten Preise gekämpft – und dass obwohl sich auch Anhänger des Imperiums und der dunklen Seite (Überläufer?) in die Rebellenbasis eingeschlichen hatten, wie die Aufkleber einiger Raumjäger vor dem Con–Haus bei einer Inspektion verrieten.

Im Laufe des Tages trafen noch weitere Con–Teilnehmer ein. Sie wurden herzlich aufgenommen und in ihre Quartiere verteilt. Die Belegschaft von Zimmer 6 war nun vollzählig, und bei Kaffee, Süßigkeiten und allerhand Gesprächsthemen war der Nachmittag im Nu vergangen, und es war Zeit fürs Abendessen, sprich: das obligatorische Karfreitags–Schnitzel stand auf dem Programm. Der Großteil der Con–Teilnehmer machte sich daher auf zur „Post“ in Oettingen, während der Rest sich beim „Griechen“ zum Karfreitags–Gyros einfand.

Satt und zufrieden kehrten alle schließlich wieder nach Schlopflohe zurück. Hier bestanden für die weitere Abendgestaltung nun diverse Möglichkeiten: Den Frühstücksraum funktionierte man kurzerhand in eine Spielhölle um, wo nicht nur bei Star Wars–Monopoly die Galaxis vom bösen Imperator wieder einmal unterjocht wurde, sondern z. B. bei „Privacy“ auch manches interessante Geheimnis an den Tag kam. Spaß und Lachen kamen in dieser Spielhölle jedenfalls nicht zu kurz – ganz im Gegenteil.

Allerlei Vorbereitungen

Nach einem erhol– und geruhsamen Karfreitag gab es am Samstag volles Programm für die Conler. Für das Grillfest am Abend hatte sich jedes Zimmer bereit erklärt, einen Salat zuzubereiten – also hieß es erst einmal, ausschwärmen und die Zutaten beschaffen. Unauffällig mischte man sich unters normale Volk, Lichtschwerter und auffällige X–Wing– sowie sonstige Uniformen blieben derweil in Schopflohe zurück. Ihr Einsatz war erst für später vorgesehen. Die Nahrungsbeschaffung verlief ohne besondere Vorkommnisse, ebenso die Zubereitung der Grillfestbeiträge.

Bevor dieser Höhepunkt anstand gab es aber erst einmal die lang ersehnte Gelegenheit, das eigene Kostüm vorzuführen bzw. die liebevollen Kreationen der anderen Conler ausgiebig zu bewundern, denn das große Fotoshooting war der Programmpunkt für den Samstagnachmittag. Alle Schopfloher, die zufällig einen Blick in den Garten des Gästehauses taten, schüttelten vermutlich nur noch den Kopf, als sie leuchtende Plastik– und Holzschwerter wild durch die Luft zischen sahen und beobachteten, wie braune Kutten elegant zu Boden geworfen wurden. Außerdem trieben sich da noch allerlei andere merkwürdig angezogene Erwachsene rund um das ehrwürdige Jugendgästehaus herum, einige davon hatte man wohl auch in früheren Jahren schon hier gesehen.

Freiheit für Kanada!

Doch einfach nur so im Kostüm herumtollen und Jedi oder Sith niederstrecken, damit sollte es in diesem Jahr beim Fotoshooting nicht getan sein – viel zu einfach wäre das ja gewesen. Die Con–Leitung hatte darum keine Mühe gescheut und einige Klassiker der Kunstszene herausgesucht, die es nun galt nachzustellen. „Die Freiheit führt das Volk auf die Barrikaden“ war das erste Gemälde, das die Con–Teilnehmer so getreu wie möglich nachstellen sollten. Das gelang gut, wenn auch die Freiheit diesmal eine dunkle Jedi (Ashara) war und nicht das französische Volk, sondern anscheinend die Kanadier auf die Barrikaden führte. Aber etwas künstlerische Freiheit ist ja erlaubt, nicht wahr, und Freiheit sollte es schließlich für alle Völker der Erde geben – nicht nur für unsere französischen Nachbarn. Für die „Ermordung Cäsars (Darth Tiger)“ bemühte man in der Osterfantreff–Version einen offensichtlich der dunklen Seite verfallenen Jedi (Annika Skywalker), der den wehrlosen, nichtsahnenden Tyrannen gnadenlos mit seinem Lichtschwert niederstreckte. Allerlei merkwürdige Gestalten tummelten sich beim „Letzten Abendmahl Christi“ – vermutlich aus einer Galaxis weit, weit entfernt. Gut posierten auch verschiedene „Damen mit Hermelin“ (Nick, Sabrina, Sabine) und die „Mona Lisa“ (Sabrina). Die Schopfloher Version des Gemäldes „Der Schrei“ kommt dem Original ebenfalls sehr nahe – manche behaupten sogar, sie sei besser als das Original und könnte selbst zum Klassiker werden.

Nach dem anstrengenden Posing kam eine Stärkung frisch vom Schwenkgrill mehr als recht, und über mangelnde Gesellschaft konnte sich Grillmeister Thorsten nicht beklagen, der die leckeren Steaks und original Dönninghaus Würstchen bewachte, damit sie von den hungrigen Rebellen nicht schon im halbgaren Zustand verspeist wurden. Wozu die Allianz–Mitglieder so alles fähig sind, weiß man ja spätestens seit Episode IV.

Gut gestärkt und gesättigt konnte jeder den Rest des Abends nach Lust und Laune verbringen – Möglichkeiten und Abwechslung gab es jedenfalls genug.

Die besondere Beziehung von MH und BMW

Nach einer kurzen „Singstar“–Karaoke–Einlage im Hauptraum, die einen Vorgeschmack auf die bevorzugte Gestaltung der kommenden Abende geben sollte, trafen sich die Fans von Mark „Luke“ Hamill noch einmal, wenn auch die eingefleischte MH–Fan–Gemeinde zu später Stunde nur noch aus der Jedi–Meisterin und der Verfasserin dieses Berichts bestand….

Die Nacht wurde jedenfalls für die „Mädels“ lang oder kurz (je nach POV), besonders, da sie noch ein angeregtes Gespräch mit Christian bis in die frühen Morgenstunden führen konnten. Beim Aufstieg im Dunkeln über die steile X–Wing–Leiter zum Schlafplatz war zum Glück die Macht wieder einmal mit der Autorin.

„Hurra, der Osterhase war da!“

Kaum hatte sich diese Nachricht unter den Frühstückenden verbreitet, ging auch schon die eifrige Suche los. Kein Platz im Con–Haus, an dem man nicht sein Nest vermuten konnte. Die Erfahrungen der Vorjahre zeigten, dass die Con–Leitung und ihre Helfershelfer sehr erfindungsreich bei der Auswahl der Verstecke sind. Das war auch diesmal der Fall, doch nachdem eifrig und unermüdlich Deckel von Töpfen, Vorhänge, Papierkörbe und (Kühl–)Schränke, Vorrats– und Besenkammer gecheckt worden waren, kam doch noch jeder zu seinem Nest mit süßem Inhalt – und einer schicken XL–Kaffeetasse mit Con–Motiv für den morgendlichen Kaffee als besonderem Goodie. Prima Idee, Michael und Robert! So werden wir jeden Morgen an die Con denken, wenn wir unseren Kaffee schlürfen. Ein Teil der Conler machte sich nach einem kräftigen Frühstück dann auf, um die interessante Landschaft des Ries zu erkunden. Eine Felslandschaft mit Höhlen, Burg– und Klosterruinen lockten mit wunderbaren Fotomotiven und interessanten Entdeckungen. So wurde unter anderem ein erstes Widererstarken der Sith gesichtet … „Darth Maul–Käfer“ erobern bereits das Ries … vielleicht auch bald die ganze Galaxis. Man sollte diese schwarz–rot–gefärbten Insekten gut im Auge behalten … sie könnten eines Tages gefährlich werden, besonders, da sie sich nicht um die „Zweier–Regel“ zu scheren scheinen, sondern in großer Zahl auftreten.

„Jedi in Gefahr!“

Ein toter Meister namens Rhi–Sotto im Kaminzimmer, ein jammernder Gungan–Jedi–Padawan und zwei ratlose Ratsmitglieder sowie viele, viele Jedi, die ein schweres Rätsel zu lösen hatten, waren die Überraschung für Ostersonntagnachmittag. Hmmm, meditieren musste Meister Yoda da erst einmal, während die Jedi–Polizei sich um Aufklärung bemühte und auch noch weitere Todesfälle auf der hellen Seite zu beklagen waren. Die Geister der mit der Macht eins Gewordenen fanden sich im Nirwana zusammen und erschienen hin und wieder im Tempel, um mit Tipps weiterzuhelfen – oder für Verwirrung zu sorgen. Die Aufgaben für die Mitspieler dieses Live–Rollen–Spiels waren vielfältig: Es galt zunächst einmal, die Jedi–Schüler ruhig zu halten und aufmüpfige Jünglinge zu trainieren. Was um alles in der Welt bringt man denen bloß bei und wie, ohne sich unbeliebt zu machen? Jedi–Meisterin Tira–Mih Zhu kam jedenfalls ganz schön ins Schwitzen und versuchte den Nachwuchs mit körperlicher Ertüchtigung im Zaum zu halten – was ihr drei Duell–Forderungen ihrer Schützlinge einbrachte. „You will learn your place, young ones!“, waren die erläuternden Worte, die die Jünglinge vor ihrer Niederlage von ihrer Meisterin zu hören bekamen. Danach waren sie „handzahm“ … ( Twisted Evil ) Doch nicht nur mit den alltäglichen Problemen des Jedi–Daseins mussten sich die Mitspieler auseinander setzen – sie mussten auch Informationen sammeln, durften sich dabei aber auf keinen Fall selbst durch wirre Geschichten in Verdacht bringen (wie es Meisterin Zhu ungewollt geschafft hat). Außerdem sollte man ja nicht den undercover arbeitenden Sith–Lords auf den Leim gehen (auch hier war Meisterin Zuh viel zu vertrauensselig). Ganz nebenbei musste ein kniffliger Fall von Verrat im Jedi–Tempel gelöst werden. Die Spielleitung, alias Robert und Maria, hatte sich da etwas wirklich Nettes für die beteiligten Conler ausgedacht, was vor allem die Rollenspiel–Neulinge ganz schön forderte. Nun, am Ende konnte das Rätsel zwar nicht gelöst werden – sicher hatte die dunkle Seite den sonst so scharfen Blick von Meister Yoda getrübt – und um ein Haar wäre Jedi–Meisterin Tira–Mih Zhu vor Gericht gestellt worden (oder Schlimmeres Shocked ) – aber Spaß gemacht hat es trotzdem, nicht zuletzt wegen der super Namen, die sich die Spielleitung für die einzelnen Charaktere ausgedacht hatte. Wir freuen uns schon auf das nächste Rollenspiel im kommenden Jahr!

Viel zu schnell war es Abend und auch diesmal gab es reichlich Möglichkeiten, diesen in netter Gesellschaft zu verbringen. Die einen lockte das Kino in der Nachbarstadt, die anderen hatten Hunger auf mediterrane Küche und gönnten sich einen unterhaltsamen Abend beim Italiener in Oettingen – und anschließend noch einmal einen gemütlichen Abend vorm Kamin oder gaben als „Singstars“ reichliche Kostproben ihres Talents. Wer braucht da noch Bohlen und seine Möchte–gern–Talente, wenn die „Macht“ mit ihm ist?

Um Mitternacht gab es noch einen guten Grund zum Feiern und für ein „Happy Birthday“–Ständchen: Christian hatte Geburtstag. Für die zahlreichen herzlichen Glückwünsche bedankte er sich mit viel leckerem Kuchen, der im Nu alle war.

Ostermontag

Der Ostermontag war ohne besonderes Programm – hier hatte jeder Gelegenheit, sich nach Lust und Laune in der Sonne zu räkeln, an einem Tischtennisturnier teilzunehmen oder einmal mehr um die Vorherrschaft in der Galaxis zu spielen (… und auch diesmal gewann beim Star Wars–Monopoly die Imperator–Figur, wenn auch unter anderer Führung … das sollte doch zu denken geben … Rolling Eyes ). Leider hieß es für die ersten Conler nun auch schon wieder Abschied nehmen, und da war die Frage nur zu berechtigt, wo denn die Zeit geblieben war. Auch dieser Tag verging im Nullkommanix, und als letzter offizieller Programmpunkt der Con stand das Abschiedsessen in der Post auf der Tagesordnung. Lecker war’s, gut war’s und nett war’s, so dass alle gut gelaunt ins Con–Haus zurückkehrten und sich ein letztes Mal als Singstars beweisen oder einfach nur spielen oder herumsitzen und reden konnten (oder alles zusammen).

Schön war’s

Tja, am Dienstagmorgen stand dann alles schon im Zeichen der Abreise. Taschen und Koffer wurden gepackt, mitgebrachte Wasserkocher eingeräumt und Kostüme und Spiele wieder im Auto verstaut. Nach dem Frühstück wurde fleißig geräumt und gewischt, gesaugt, Abfall entsorgt und das Haus durchgecheckt. Und dann war mit Wehmut immer wieder zu hören „Auf Wiedersehen und möge die Macht mit euch sein“. Tröstend war allein der Gedanke, dass es sicher (hoffentlich!) nicht die letzte Con dieser Art war und man sich ja im nächsten Jahr wiedersehen wird, um alte Freundschaften zu festigen, neue zu knüpfen und einfach ganz viel Spaß mit Menschen aller Art zu haben, die rein zufällig dasselbe Hobby haben wie man selbst.

Möge die Macht mit den Organisatoren sein und der Osterfantreff noch lange bestehen!

Elke (alias Annika Skywalker alias Jedi–Meisterin Tira–Mih Zhu)